Wiederholungstäter in Sachen Kultur
Wiederholungstäter in Sachen Kultur
Spezielle Pragreise ist ein Dauerbrenner für deutsche Liebhaber klassischer Inszenierungen
Freitagvormittag, 11 Uhr. Wachablösung an der Prager Burg. Eine Reisegruppe aus Norddeutschland beobachtet die kurze Zeremonie, und natürlich wird auch versucht, die Soldaten mit Späßchen zum Lächeln zu bewegen. Die Atmosphäre in der Gruppe ist heiter, man plaudert mit der Reiseleiterin und kommentiert humoristisch die Erläuterungen des tschechischen Fremdenführers. "Die Stimmung bei uns ist herrlich", schwärmt einer der Mitreisenden. "Man kommt sehr schnell ins Gespräch, denn das sind ja alles kultivierte Leute."
Tatsächlich ist es das Interesse an gehobener Kultur, das diese Prag-Besucher verbindet. Die so Gelobten nehmen nämlich am "Prager Kulturkaleidoskop" teil. Dieses spezielle Angebot bringt bis zu 20 Reisegruppen aus allen Gegenden Deutschlands zur gleichen Zeit für drei bis fünf Tage in die tschechische Hauptstadt. "Tagsüber hat jede Gruppe ihr eigenes Programm an Stadtführungen", erläutert Marie-Luise Bertalanffy vom Veranstalter Wolff Ost-Reisen. "Nur an den Abenden besuchen alle Teilnehmer gemeinsam eine klassische Kulturveranstaltung." Diese Art der Pauschalreise findet seine Interessenten zum größten Teil in den Altersgruppen ab etwa 55 Jahren. So ergibt sich ein recht einheitliches Publikum aus sowohl Ehepaaren, Gruppen von Freunden und Alleinreisenden.
Mozart und Sekt
Am Abend vor der Burgbesichtigung hatte auch die Gruppe aus
Norddeutschland gemeinsam mit etwa 600 weiteren deutschen Kulturbegeisterten
ein Sinfoniekonzert mit Stücken Mozarts im Obecni dum besucht. Vornehm
gekleidet - die Herren in Schlips und Kragen, die Damen elegant in Kostüm
oder glitzernder Garderobe - und bei einem Glas Sekt gaben sich die
Pragbesucher auch dort bald ausgelassen und erwartungsfroh. "Unsere Gäste
lieben diese Veranstaltungen in großer Szene", weiß Frau Bertalanffy. "Sie
mögen die Kultur ganz klassisch und stilvoll."
Dementsprechend bemüht sich das Unternehmen Wolff um ein abwechslungsreiches
Programm der gehobenen Kultur in den namhaften Häusern der Stadt. Da das
"Kulturkaleidoskop" 2006 bereits der 23. Jahrgang war, haben Frau
Bertalanffy und ihre Kollegen inzwischen ein sehr enges Verhältnis zu ihren
Partnern in Prag aufgebaut. Gemeinsam mit den Intendanten von Staatsoper,
Nationaltheater oder Laterna Magica planen sie das Programm und können dabei
sogar spezielle Wünsche bezüglich der Besetzung beziehungsweise der Musiker
äußern. "In Deutschland findet man ganz klassische Kulturangebote immer
seltener", bedauert Frau Bertalanffy. "Die zeitgenössischen Aufführungen
sind den Leuten oft zu modern und zu bunt."
(...)
Drei Termine bietet das Reiseunternehmen jährlich zu aufeinander folgenden
Wochenenden im Februar und März an. "Diese Zeit ist ideal, weil die Stadt
noch nicht so überlaufen ist. Gleichzeitig können wir das wunderbare Angebot
an Kultur hier nutzen", führt Frau Bertalanffy aus. Einen weiteren Vorteil
des Termins für das "Kulturkaleidoskop" heben vor allem die Reiseleiter aus
westdeutschen Gegenden hervor: Die Leute nutzen dieses Gelegenheit, um dem
heimischen Karnevalsspektakel zu entfliehen.
Dass Prag auch im Winter eine Reise wert ist, erkennen laut Frau
Bertalanffys Erfolgsbilanz immer mehr Reisende: "Inzwischen kommen bis zu
1.100 Teilnehmer pro Termin mit uns her." Das will gut koordiniert sein.
Darum sind Wolff-Mitarbeiter jedesmal mit vor Ort, immer erreichbar, nicht
nur für die Gäste selbst, sondern vor allem für den jeweiligen
Reisebegleiter.
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Für den allergrößten Teil der Reisenden bietet das Kulturkaleidoskop genau
den Komfort, den sie sich wünschen. "Wenn ich aus dem Hotel rauskomme, steht
gleich der Bus da, der mich zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten bringt. Das
ist sehr bequem", sagt ein Teilnehmer. "Und um Eintrittskarten oder
ähnliches muss ich mich auch nicht kümmern", fügt er an.
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